Was ein Managed SOC tut
SIEM - Log-Aggregation & -Korrelation
Das Herzstück. Wir sammeln Logs aus all Deinen Quellen - Firewall, Server, Endpoints, Active Directory, Cloud (Microsoft 365, Entra ID), VPN - zentral. Die Korrelation macht den Unterschied: einzelne Ereignisse ergeben zusammen ein Muster, das ein Mensch sonst nie verbindet.
Kontinuierliches Monitoring - 24/7
Logs werden nicht erst beim Vorfall angeschaut, sondern laufend ausgewertet. Regeln und Detection-Logik schlagen an, wenn etwas vom Normalbild abweicht. Nachts, am Wochenende, an Feiertagen - genau dann, wenn Angreifer am liebsten arbeiten.
Threat Detection
Wir kombinieren regelbasierte Erkennung (bekannte Angriffsmuster, Indicators of Compromise) mit Anomalie-Erkennung (was ist für genau Deine Umgebung untypisch). Detection-Regeln werden gepflegt und an neue Bedrohungslagen angepasst.
Incident Response
Erkennen ist nur die halbe Miete. Bei einem bestätigten Vorfall durchlaufen wir vier Schritte: erkennen, analysieren (echter Angriff oder False Positive), eindämmen (System isolieren, Account sperren) und beheben (Ursache schließen, sauberer Zustand wiederhergestellt).
Warum ein Managed SOC
Die meisten Angriffe laufen nachts, am Wochenende oder über Wochen unbemerkt. Ein Verschlüsselungstrojaner kündigt sich Tage vorher an - durch ungewöhnliche Logins, Massen-Dateizugriffe, deaktivierte Backups. Das Problem ist nicht, dass diese Spuren fehlen. Das Problem ist, dass niemand hinschaut, der sie deuten kann.
Ein eigenes SOC mit 24/7-Schichtbetrieb braucht mindestens sechs bis acht Analysten, ein SIEM und Prozesse. Für einen Mittelständler unbezahlbar und überdimensioniert. Deshalb liefern wir Managed SOC gemeinsam mit einem spezialisierten SOC-Partner: Die SOC-Plattform und das 24/7-Analysten-Team stellt der Partner, die Anbindung Deiner Systeme und die laufende Überwachung übernehmen wir. Du bekommst Erkennung und Reaktion rund um die Uhr, mit uns als einem Ansprechpartner und ohne selbst eine Schicht zu besetzen.
Konkrete Use-Cases - was wir erkennen
Ein gutes SOC erkennt nicht „den Angriff“, sondern die Frühindikatoren davor. Je früher im Angriffsverlauf, desto kleiner der Schaden.
Ransomware-Frühindikatoren
Bevor verschlüsselt wird, passiert vieles: Schattenkopien werden gelöscht, Backups deaktiviert, ein bekanntes Angriffs-Tool taucht auf, plötzlich greift ein Account auf hunderte Dateien in kurzer Zeit zu. Diese Kette schlägt bei uns Alarm - idealerweise Stunden bevor die erste Datei verschlüsselt ist.
Brute-Force & Failed-Auth-Häufung
Hunderte fehlgeschlagene Logins auf ein Konto oder ein fehlgeschlagener Login auf hunderte Konten (Password Spraying) sind klassische Vorboten. Wir erkennen die Häufung und den darauf folgenden ersten Erfolg.
Lateral Movement
Hat ein Angreifer einen Rechner, will er weiter ins Netz. Ungewöhnliche interne Verbindungen, Nutzung administrativer Shares, ein Standard-User, der sich plötzlich auf Servern anmeldet - die seitliche Ausbreitung hinterlässt Spuren, die wir korrelieren.
Ungewöhnliche Logins & Geo-Anomalien
Login aus einem Land, in dem Dein Unternehmen nicht tätig ist. Anmeldung um 3 Uhr nachts bei einem 9-bis-17-Uhr-Mitarbeiter. „Impossible Travel“ - derselbe Account meldet sich innerhalb von Minuten aus Köln und aus Übersee an. Alles starke Indikatoren für kompromittierte Zugangsdaten.
Eskalation & Alarmierung
Du wirst nicht mit Alerts zugeschüttet. Du wirst informiert, wenn es zählt - und wir handeln, bevor wir auf Deine Antwort warten.
Wir filtern False Positives vorab heraus, damit Du nicht in Alert-Müdigkeit verfällst. Was Dich erreicht, ist gewichtet:
- Informativ - protokolliert, im monatlichen Report sichtbar, keine Aktion nötig.
- Verdacht - wir analysieren, klären den Kontext und melden uns mit Einschätzung und Empfehlung.
- Kritisch - sofortige Alarmierung auf vereinbartem Weg (Telefon/E-Mail), parallel zu unseren ersten Eindämmungs-Schritten. Bei kritischen Vorfällen warten wir nicht erst auf Rückruf.
Die Alarmierungswege, Ansprechpartner und Reaktionszeiten legen wir beim Onboarding gemeinsam fest und halten sie in einem Runbook fest - damit im Ernstfall jeder weiß, was zu tun ist.
Managed SOC vs. Network as a Service - die Abgrenzung
Managed SOC ist Erkennung & Reaktion. Network as a Service ist der Schutz von Firewall und Netzwerk davor. Du brauchst beides, das eine ersetzt das andere nicht.
Ein Schloss an der Tür (Firewall, VPN, Segmentierung) hält die meisten Angreifer draußen - das ist Network as a Service, zusammen mit Endpunkt-Schutz wie EDR & XDR. Eine Alarmanlage mit Wachdienst bemerkt, wenn doch jemand reinkommt, und reagiert - das ist das Managed SOC.
Kein Schutz ist hundertprozentig. Genau deshalb braucht Prävention eine Erkennungs- und Reaktionsebene dahinter. Für NIS2-pflichtige Unternehmen ist die Kombination faktisch Pflicht: Art. 21 verlangt kontinuierliche Überwachung und ein funktionierendes Vorfallmanagement mit Meldepflicht ans BSI - genau das, was ein Managed SOC liefert.
